Altaraufsatz des Mithra

  • Altaraufsatz des Mithra
Der Altaraufsatz, der 1895 am Fuße des Marxbergs bei Saarburg entdeckt wurde, ist ein Beleg für die Verbreitung von Heiligtümern (Mithräum), die dem Gott Mithras geweiht waren in Sekundärsiedlungen. Pons Saravi (Saarburg) war zwar nur ein mittlerer Handelsplatz, aber seine Lage an einem der großen antiken Verbindungswege, der nach Argentorate (Strasburg) führte, wo die VIII. Legion stationiert war, erklärt das Vorhandensein eines Mithräums in dieser Stadt.

Man muss berücksichtigen, dass die erste Stufe der Initiationsgrade, die der Myste (der Eingeweihte) bestieg, als Miles (Soldat) bezeichnet wurde. Dies und die triumphierenden Eigenschaften des jungen und kraftvollen Gottes Mithra, der die Stiertötung in einer Grotte durchführte, erklären seine Anziehungskraft für die Legionäre. Diese Opferszene bildet das Zentrum des Altaraufsatzes von Saarburg. Mithras schneidet dem Stier die Kehle durch und dessen Blut fließt auf den Boden, um die Erde zu stärken und fruchtbarer zu machen. Rechts und links von der Gottheit stehen zwei Jugendliche mit Fackeln, die Dadophoren Cautes und Cautopates. Der eine verkörpert die aufgehende Sonne, der andere die untergehende Sonne. Der Gott Sol, der auf einem Pfosten abgebildet ist, verstärkt den solaren Charakter von Mithras. Mithras und Sol sind gemeinsam, Hand in Hand dargestellt, wie sie einen Freundschaftspakt schließen. Der obere Fries zählt einige traditionelle Gottheiten des klassischen Pantheon auf (Jupiter, Merkur, Bacchus, …), während Mithras einen Pfeil in einen Felsen schießt, um daraus eine Quelle sprudeln zu lassen.
Als Gott des Lichts und der Schöpfung und als Kämpfer für das Gute und gegen das Schlechte, schenkt Mithras seinen Anhängern die Unsterblichkeit der Seele. Wenn man die Kulthandlungen, die mit diesem Glauben einhergehen, das wohltuende Wasser, das belebende Blut und das Bild des Opferbanketts bei dem man Brot und Wein teilt, näher betrachtet, kann man verstehen, dass die ersten Christen erbittert gegen den Mithras-Kult waren. Daher bleibt die Vermutung, dass sie 395 das Mythras-Heiligtum von Saarburg zerstört haben, plausibel. Mythras überschattete Christus, obwohl Theodosius im Jahre 380 nach Christus das Christentum zur offiziellen Religion erhoben hatte.
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